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Samstag, 2. Juli 2016

Schlechtwetterprogramm



Ach neee, endlich mal wieder Regen - und wir mittendrin!

Unser Nachmittagsspaziergang endet im Sprühregen, der Frauchen und mir ins Gesicht schlägt. Daraufhin beschließen wir gemeinsam, dass wir uns wieder ins Trockene begeben.

Und dann folgt meine Lieblingsbeschäftigung: Schlechtwetterprogramm! Da darf ich ganz viele verschiedene Aufgaben lösen und bekomme Leckerlis!

Frauchen hat sich mal wieder was merkwürdiges ausgedacht: ich soll für sie das Toilettenpapier rausziehen und ihr ein Blatt bringen - bisschen doof, aber wenn sie's gut findet! Und eine Belohnung gibt's auch noch für den Quatsch. Dann mache ich doch gerne mit!

Tira!
Das komische Papier soll ich rausziehen?
 
 
Ganz schön lang dieses Papier - reicht das?
 
 
Boah ey, auch noch ein Stück abreißen und bringen!
 
 
Gut so?
 
 
Und wer räumt den ganzen Mist jetzt wieder auf?
 
 
 
 


Freitag, 1. Juli 2016

Müde


 
Ich bin oft ziemlich müde, meint mein Frauchen. Aber das täuscht. Das ist keine Müdigkeit, das ist konzentriertes Vorbereiten auf die nächste komplizierte Aufgabe!
 
 

 
Wir kommen von einem langen Spaziergang zurück und bis Frauchen die Haustür geöffnet hat, kann ich mich doch mal kurz ablegen, oder?

 

 
Hier zum Beispiel döse ich nicht, sondern höre das Gras wachsen - einer muss die Arbeit ja machen!
 
 

 
Man sieht ja sofort, dass ich nicht schlafe, sondern ganz aufmerksam Frauchens Rucksack bewache!
 
 

 
Also wer glaubt, ich würde pennen, der irrt. Ich muss doch darauf achten, dass mein Spielzeug nicht wegkommt - kann ja mal einer versuchen, sich daran zu vergreifen!
 
 

 
Dies ist meine Spezial-Position beim Yoga - da bin ich ganz vorne mit dabei!


 
  

 
Ich liege auf Wache - dass mir bloß keiner mein Wasser klaut!
 
  

 
Also wenn ich so liege, weiß Frauchen gleich, was zu tun ist: streicheln, kraulen, wuscheln!
 
  

 
Das ist meine Position am Morgen. Da bin ich im Halbschlaf und döse noch ein bisschen vor mich hin. Frauchen meint ja, ich würde dann ziemlich schnarchen, aber das kann gar nicht sein,
würde ich doch hören!


 
 

 


Mittwoch, 29. Juni 2016

Arbeitskleidung


Ich bin ja ein Arbeitshund und dafür trage ich natürlich auch meine spezielle Arbeitskleidung. Soll ich Euch mal zeigen, wie ich das mache, damit Frauchen mir das Teil auch gut und einfach anziehen kann?


Buffy, fronte!
 
Grembo!

Na, wird das noch was?


Ich warteeee!

Na endlich!

Das Ding ist drauf!

Jetzt nur noch festschnallen mit Magnetverschluss

Sie hat es gleich geschafft!

Und ich auch!

Jetzt können wir los!
Bin ich nicht wahnsinnig geduldig? Und seht Ihr, wie chic ich aussehe - und wie professionell? Jetzt müssen wir nur noch die Laden- und Restaurantbesitzer davon überzeugen, dass ich mit rein darf!

In der Schweiz ist das mittlerweile kein großes Problem mehr. Da weiß die Mehrheit der Bevölkerung, dass ich als Assistenzhund die gleichen Rechte habe wie ein Blindenführhund, aber in Deutschland haben Frauchen und ich noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten!

Ich bin krank


Erst fand ich es gar nicht so schlimm. Es hat am ganzen Körper gejuckt und ich musste mich überall kratzen und beißen. Frauchen meint ja, das kommt, weil ich so gerne in allen Bächen bade und ich außerdem vom Regen ständig durchnässt war. Da ist meine Haut ganz ausgetrocknet. Und das juckt halt. Jetzt nehme ich zusätzlich zum Futter noch Lachsöl zu mir. Das macht tolle Haut und glänzendes Fell. Als wenn ich nicht sowieso schon die Schönste wäre! Aber es schmeckt auch super. Ich lecke immer ganz lange im Futternapf rum bis alles weg ist!

Schon am Morgen schiebe ich mich mit dem ganzen Körper über die Wiese, damit dieser blöde Juckreiz weggeht - bringt aber nix! Und dann noch dieses doofe Gefühl am Po! Ich muss immer mit dem Po über den Boden rutschen, damit es einigermaßen erträglich wird.

Mein Frauchen hat dann schon mal komisch geguckt, weil ich mich immer überall kratzen und beißen muss, aber ich hab's geschafft, die meiste Arbeit nachts zu leisten, damit sie nichts mitbekommt - ist mir bestens gelungen!

Am nächsten Morgen ist Frauchen nicht wirklich begeistert von meiner Arbeit und hat mir verboten, weiter an meinem Schwanzansatz rum zu beißen - aber es juckt doch so! Da muss ich einfach weiter dran nagen!

Dann kommt mein Frauchen auf die blöde Idee, mir so ein Plastikding überzustülpen, damit ich nicht mehr an meinen Po komme. Das sehe ich aber ganz anders.

Das ist vielleicht eine blöde Sache mit diesem Plastikding am Kopf. Ich kann mich nicht hinsetzen, nicht liegen und nicht so richtig laufen. Ich stehe nur so rum wie ein Schaf wenn's regnet! Wenn ich ganz vorsichtig durch die Wohnung tapse, bleibe ich überall mit diesem riesigen Plastikding hängen. Ich möchte mal wissen, was das soll. Was hab ich verbrochen, dass ich so geärgert werde.

Da werde ich Frauchen aber mal zeigen, dass ich das nicht gut finde. Über Nacht soll ich das Ding auch aufbehalten, aber ich sehe das gar nicht ein und leide gaaaanz doll. Wenn ich nicht schlafen kann, dann soll Frauchen auch nicht ins Land der Träume abdriften, dafür werde ich sorgen!

Ich hab da so meine Methoden: ich kann ganz laut jaulen und fiepen, ich kann den berühmten Dackelblick aufsetzen und ganz doll traurig aussehen. Das muss einfach helfen!

Ha, es hilft! Am nächsten Tag gehen Frauchen und ich mit dunklen Ringen unter den Augen (also Frauchen) zum Tierarzt. Den kann ich nicht sooo gut leiden. Im Wartezimmer riecht es total spannend, aber wenn ich auf diesen blöden Tisch soll, habe ich ziemlich Angst. Der Typ stellt nämlich immer so komische Sachen mit mir an. Seine Diagnose: Hot Spot eitrig und Analstau.

Diesmal hat er einfach meine schönen Haare abrasiert - der spinnt wohl!

Okay, ich hatte schon Eiter in der Wunde und so meinte der Doktor, das müsse man freilegen und mit Antibiotika behandeln - ich will mal nicht so sein. Es ist schon eine Erleichterung, wenn da mal Luft an die Wunde kommt.

Jetzt bekomme ich Tabletten, damit es nicht mehr so juckt am ganzen Körper und meine Analdrüsen wurden auch ausgedrückt. Das tut gut und ich muss nicht mehr auf dem Po rumrutschen.

So schlimm ist der Doktor doch nicht! Die Hundeschule hat vorgeschlagen, dass ich einen aufblasbaren Kragen bekommen soll und der Arzt hatte so einen vorrätig. Jetzt darf ich immer mit diesem schönen türkisfarbenen Kragen rumlaufen - der ist super bequem, wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat. Da kann ich mich lang hinlegen und ich hab's ja gerne, wenn ich mein Haupt auf ein Kopfkissen betten kann .



Drei Tage später ist die Wunde verheilt - das hat Frauchen gut hingekriegt! Sieht nur nicht so toll aus, so nackig wie ich da jetzt bin!

 
Aber Gesundheit geht vor Schönheit! Und irgendwann werden meine Haare auch wieder nachgewachsen sein und dann bin ich wieder die Schönste weit und breit!

Dienstag, 21. Juni 2016

Besuch im Schwarzwald

  
Nun wohne ich schon ganz in der Nähe vom Schwarzwald und da wird es ja wirklich mal Zeit, dass wir den auch mal besuchen!

Am Samstag setzen wir uns ins Auto und düsen los. Leider lässt das Wetter mal wieder zu wünschen übrig, aber ich weiß ja sowieso schon gar nicht mehr, wie das ist, ohne Regen spazieren zu gehen. Der Unterschied ist nur, dass es im Schwarzwald noch mal 5°C kälter ist als zuhause!

Wir besuchen Hinterzarten, wo es tolle Waldwege und ein großes Moor gibt. Ganz begeistert bin ich von den tollen Wiesen.

 
Da macht es mal wieder so richtig Spaß, der fliegenden Frisbee-Scheibe hinterher zu jagen! Ich renne so schnell, dass meine Ohren schlackern!


 

 
 
 
Und was es da alles zu schnüffeln gibt - riecht echt gut, der Schwarzwald!
 
 
 
Also ich habe so richtig Spaß in der tollen Natur!

 

 
Leider geht es irgendwann wieder nach Hause!

Montag, 13. Juni 2016

Es nervt


Es nervt! Es nervt mich! Es nervt mich gewaltig! Ich weiß ja nicht, ob Beate das extra macht, aber kaum sind wir aus dem Haus und wollen zum großen Spaziergang starten, fängt es an zu regnen, nieseln, gießen, schauern! Mal stärker, mal schwächer. Und das seit Wochen!
 
Gerade kommen wir wieder von so einem Regen-Lauf! Da freut man sich schon auf die nächsten Tage, denn der Wetterbericht sagt ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen voraus! Boah ey boah!
 
 
Auf den Wegen muss ich riesigen Pfützen ausweichen und die vielen leckeren Gerüche sind weggewaschen.

Eigentlich springe ich ja wirklich gerne durch die nicht gemähten Wiesen. Wenn die aber eher einem Moor gleichen und mir beim Rennen die nassen Grashalme ins Gesicht schlagen, bin ich nicht mehr so begeistert!

Und wo ich gerade dabei bin, mich zu beklagen: ich bin voller Freude in meinen Lieblingsbach gesprungen - nass war ich ja sowieso schon! Und was soll ich sagen: Der kleine, niedlich plätschernde Bach ist zu einem reißenden, braunen Strom geworden, den ich voll unterschätzt habe.

Plötzlich steht mir das Wasser bis zu den Ohren und ich muss richtig schwimmen, um über Wasser zu bleiben. Ich strample und strample gegen den Strom, aber ich komme gar nicht vorwärts. Frauchen ruft mich und ich schaffe es gerade noch so ans Ufer! Mist Regen! Blöder Bach! So macht das alles gar keinen Spaß mehr!

Gott sei Dank bin ich jetzt ganz nass, denn es kommt gerade mal wieder so richtig ordentlich von oben! Ich trotte langsam und mit hängendem Kopf neben dem Rollstuhl her - vielleicht läuft ja so der Regen besser ab! Auch Frauchen tropft und ist froh, dass sie sich einen echten Stetson gekauft hat, der mit seiner Filzwolle absolut wasserdicht ist und auch den von der Seite peitschenden Regen vom Gesicht abhält.

Eigentlich hatte Beate ja gedacht, dass sie den neuen Regenhut bis zum Herbst nicht mehr brauchen würde, aber er ist leider im Moment das beste und wichtigste Utensil für deutsches Mistwetter.

Ich könnte so was auch brauchen. Wenn ich Zuhause ankomme, bin ich völlig durchnässt und Beine und Bauch sind mit brauner Dreckbrühe bedeckt, die beim Laufen hochgespritzt ist.

Frauchen hat einige große Badetücher für mich in Gebrauch, damit sie mich nach jedem Spaziergang trocken reiben kann. Dieses Trockenrubbeln kann ich ja so gar leiden! Ich muss dann immer auf den Pflegetisch und wenn ich diese Duschtücher schon sehe, würde ich am liebsten ganz schnell das Weite suchen! Aber es gibt Leckerlis fürs ruhig stehen bleiben (ferma) und dann mache ich natürlich mit! Als wenn der Regen nicht schon schlimm genug wäre!

Ich weiß auch gar nicht, warum Frauchen mich immer trockenreiben muss! Ich hab mich doch schon im Wohnungsflur ordentlich geschüttelt, dass die Tropfen nur so fliegen! Ich warte damit immer gerne, bis ich in der Wohnung bin - da ist es so gemütlich. Im engen Flur schüttle ich mich dann ausgiebig - Frauchen ist begeistert, weil die Wände mal weiß waren und jetzt so schöne, interessante, braune Punkte und Flecken haben! Dafür hinterlassen meine nassen Pfoten tolle Muster auf den Fliesen.

Sie soll sich mal nicht so anstellen! Ich hab genau gesehen, dass Ihre Regen-Beinschutzdecke und ihre Jacke große Pfützen auf den Boden tropfen und die nassen, matschigen Rollstuhl- und Swiss-Trac-Räder hinterlassen ganz viele Spuren in der Hütte.

Die Haushaltshilfe hat schon gemeint, dass sich das Putzen zweimal in der Woche jetzt so richtig lohnt! Ich bin froh, dass ich dazu beitragen kann!

Sonntag, 12. Juni 2016

Was würde sie nur ohne mich machen

Neulich morgens:

Frauchen muss ja morgens immer ein Riesen-Brimborium machen, bis wir endlich zu unserem ersten Stacca-Spaziergang aufbrechen können.

Ich verstehe ja nicht so ganz, warum die Menschen sich am frühen Morgen mit heißem Wasser übergießen müssen - reicht doch schon, dass es hier fast jeden Tag regnet und wir dann sowieso wieder nass werden - aber jeder wie er meint!

Ich liege gemütlich auf meinem Platz und warte geduldig ab, bis Frauchen ihre langwierige Morgentoilette beendet hat.

Leider ist es jetzt schon einige Male vorgekommen, dass sie unter der Dusche sitzt, der Rollstuhl weggestellt ist und sie dann feststellt, dass sie ihr Dusch-Handtuch vergessen hat.

Da komme dann ich ins Spiel. Frauchen muss mich nur rufen und schon erledige ich diese Aufgabe für sie.


Buffy, tira
 
Habe verstanden - das Handtuch runterziehen


Boah, ganz schön schwierig
 
Geschafft
 
Jetzt nur noch anreichen



Nimm schon



Mach ich toll, oder
 
Was würde sie nur ohne mich machen
 
 


 
 

 

The end

Liebe Freunde, dies ist mein letzter Post hier. Ich bin heute bei Frauchen ausgezogen. Meine Assistenzarbeit ist beendet.  Schweren Herzens ...